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| Ziele der Verbandsarbeit |
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Aufgaben unseres Verbandes
Probleme
des Kunden lösen
Der „Landesverband Hessen für landwirtschaftliche Fortbildung
e.V.“ (VLF) ist „Die Organisation für berufliche
Fachbildung in der Landwirtschaft“. Satzungsgemäß
ist es seine Aufgabe, die landwirt-schaftliche Berufsbildung in
Zusammenarbeit mit den angeschlossenen Vereinen und dem Bundesverband
Landwirtschaftlicher Fachschulabsolventen zu fördern sowie
mit anderen Organisationen, die sich um die Förderung der Landwirtschaft
und die Wahrung ihrer berechtigten Interessen bemühen, zusammenzuarbeiten.
Nach moderner Managementlehre ist der Landesverband eine Unternehmung,
deren Aufgabe es u.a. ist, die Probleme seiner Mitglieder im Bereich
der landwirtschaftlichen Weiterbildung zu lösen. Eine wichtige
Überlegung einer jeden Unternehmung ist es zu erkennen, welche
Probleme die „Kunden“ haben und vor allem, wer diese
„Kunden“ sind.
Wer
sind unsere Kunden?
Alle aktiven Landwirte in Hessen, ob im Haupt- oder im Nebenerwerb,
ob als Mitglied Absolventen einer Fachschule oder auch als Nichtmitglied
sind in diesem Sinne Kunden des VLF.
Welche
Probleme haben unsere Kunden?
Der Verband für landwirtschaftliche Fortbildung nimmt seine
Arbeit erst dann auf, wenn die jungen Menschen des Agrarbereichs
die Berufsausbildung, die Fachschule bzw. die Fachhochschule abgeschlossen
haben, d.h. nachdem der Staat seine öffentliche organisierte
Bildungsaufgabe erfüllt hat. Die berufliche Weiterbildung erfolgt
mit dem Ziel der Erhaltung und Erweiterung der beruflichen Kenntnisse
und Fertigkeiten sowie deren Anpassung an die sich wandelnden Anforderungen
des landwirtschaftlichen Berufslebens.
Der technische und züchterische Fortschritt und die damit
einhergehenden Wandlungen der landwirtschaftlichen Produktion und
des Umfeldes sind in den letzten Jahren immer rasanter geworden
und werden auch in Zukunft nicht zum Stillstand kommen. Nur unternehmerisch
handelnde Landwirte sind in der Lage, diesem ständigen Wandel
zu folgen bzw. ihn mit zu gestalten. Nur der Landwirt der von Anfang
an konsequent und zielgerichtet für und mit seinem Betrieb
aktiv ist – das gilt für alle Bereiche im Umfeld eines
Unternehmens – kann langfristig als erfolgreicher Unternehmer
bestehen bleiben.
Die Anforderungen der Landwirte im Bereich der beruflichen Weiterbildung
zu lösen ist erste Aufgabe des VLF.
Situation des Verbandes
Mitglieder,
Organisationsstruktur
Die Mitgliederstruktur beinhaltet die gesamte Palette der Landwirte,
die die landwirtschaftlichen Fachschulen in Hessen besucht haben.
Naturgemäß ist bei einer großen Zahl von Vereinen
eine Überalterung durch die rückläufigen Schülerzahlen
in den letzten Jahren festzustellen.
Der wesentliche Teil der Mitglieder, man könnte sie als „gestresste“
Mitglieder bezeichnen, arbeiten auf ihren Höfen außerordentlich
intensiv und fühlen sich abends zu sehr ausgelaugt um an Weiterbildungsveranstaltungen
teilzunehmen. Aber gerade dieser Personenkreis ist es, der sich
zwingend Zeit für Weiterbildung nehmen muss, um als erfolgreiche
Landwirte zu überleben.
Die Organisationsstruktur des Verbandes geht in Hessen über
35 Regionalvereine bei 16 Amtsbezirke (Ämter für den Ländlichen
Raum), den Landesverband und den Bundesverband.
Die früher durch den als Geschäftsführer tätigen
Amtsleiter sehr enge Verbindung zwischen Amt und Winterschulverein,
Verein der Ehemaligen, Verein Landwirtschaftlicher Fachschulabsolventen
ist heute nach diversen Reformen der Agrarverwaltung mehr und mehr
getrennt. Die Geschäftsführung für die Vereine Landwirtschaftlicher
Fachschulabsolventen durch Mitarbeiter der Ämter ist aus dienstrechtlichen
Gründen nur noch im Rahmen von Nebentätigkeiten während
der Freizeit möglich. Allerdings, und darauf müssen die
Vereine im Interesse der Mitglieder bestehen, ist die fachliche
Betreuung weiterhin im Dienstauftrag der Ämter verankert.
Inhalte
und Ansprechpartner der Arbeit
Die allgemein interessierenden fachlichen Themen werden auf hohem
Niveau bei Vorträgen und Lehrfahrten vermittelt. Für spezielle
Fachinformationen werden z.T. andere Anbieter (Züchtervereinigungen,
Industrie usw.) hinzugezogen.
Verbraucheraufklärung in Form von Hoftagen in Kooperation
mit Bauernverband, Landfrauen und Landjungend ist ein weiterer Inhalt
der Arbeit.
Gesellschaftlich-kulturelle und gesellige Veranstaltungen sowie
die Brauchtumspflege werden überwiegend ebenfalls in Kooperation
mit Landjugend, Landfrauen und Bauernverband durchgeführt.
Entwicklung
der Landwirtschaft
Der seit vielen Jahren ablaufende Trend mit einer Verringerung
der Haupt- und Nebenerwerbslandwirte, die jedoch zunehmend größere
Flächen bewirtschaften, nimmt an Schnelligkeit zu. Seit 1987
hat sich die Zahl der jährlichlichen Berufsanfänger (mit
Berufsabschlußprüfung) von 360 auf weniger als ein Drittel
– ca. 120 – verringert. Das hat inzwischen auch Auswirkungen
auf die Standorte der landwirtschaftlichen Fachschulen und damit
auch unmittelbar auf den Nachwuchs der Vereine Landwirtschaftlicher
Fachschulabsolventen.
Ziele der Verbandsarbeit
Definition
der zukünftigen Arbeit
Wir sind der Ansprechpartner für die fachliche Weiterbildung
in Hessen.
Damit wollen wir erreichen, dass sich möglichst alle Landwirte
als selbstbestimmende Unternehmer weiterentwickeln können.
Dabei ist es u.a. sehr wichtig aufzuzeigen, wo und wie die Landwirte
an die notwendigen und wichtigen Informationen herankommen.
Die jeweilige Organisationsstufe des Verbandes muss dabei die nächstuntere
fördern und in die Lage versetzen, ihre jeweiligen spezifischen
Aufgaben zu erfüllen: Das gilt ebenso für den Bundesverband
in Richtung Landesverband. Aber auch für den Landesverband
in Richtung regionale Vereine und für die Vereine hin zu den
Mitgliedern, die an der Basis die eigentlichen Ansprechpartner sind.
Die fachliche Weiterbildung erfolgt durch Vorträge auf allen
die Landwirtschaft betreffende Gebieten, z.B. Pflanzen- und Tierproduktion,
Betriebswirtschaft, Vermarktung und Landschaftspflege. Weiterhin
werden Seminare angeboten für die Hofübergabe, den Übergang
vom Haupt- zum Zu- bzw. Nebenerwerb, für den sozialen Bereich
(Umschulung, Renten und Versicherungen) sowie beim Steuerrecht.
Die Vereine führen Lehr- und Besichtigungsfahrten durch, damit
die Mitglieder Anregungen für ihren eigenen Betrieb von anderen
erfolgreichen Landwirten bekommen können.
Durch die Organisation und die Betreuung von Arbeitskreisen erhalten
die Mitglieder in kleinen Gruppen auf speziellen Gebieten, z.B.
Zuchtsauenhaltung, Milchproduktion, Getreidebau, Direktvermarktung
nähere Informationen. Hierbei werden Spezialkenntnisse ausgetauscht,
Ergebnisse verglichen und Kenntnisse vertieft. Zur Fachberatung
ist die Agrarverwaltung nach wie vor verpflichtet. Soweit sie, durch
organisatorische Veränderungen, die Betreuung verringern muss,
umso mehr werden andere Partner gefragt sein, diese Fachthemen zu
vermitteln.
Zielgruppen
für unsere Arbeit
Die Beschränkung auf ehemalige Landwirtschaftsschüler
und nur auf Absolventen der Fachschulen ist heute nicht mehr zeitgemäß.
Die Vereine sollten sich auch für Landwirte öffnen, die
keine Fachschule besucht haben. Es ist zu erwarten, daß der
Anteil der Nebenerwerbslandwirte gleich bleibt.
Strukturen
unserer Arbeit
Die Strukturen der regionalen Vereine sind aus den Einzugsbereichen
der ehemaligen Landwirtschaftsschulen entstanden. Dabei war es unerheblich,
aus welchem Stadt- oder Landkreis die Schüler kamen. So setzt
sich die Mitgliederstruktur der Einzelvereine aus Personen zusammen,
die aus einem unbestimmten Gebiet kommen, bei denen durch den Besuch
der Fachschule am Standort ein Zusammengehörigkeitsgefühl
entstanden ist. Dies sollte grundsätzlich auch für die
Zukunft so belassen werden.
Durch den Rückgang der Mitgliederzahl und die Verringerung
der Betreuungsarbeit von seiten der Ämter sollte es zukünftig
über eine zunächst sehr enge Zusammenarbeit evtl. zu einer
Fusion einzelner Vereine kommen, um organisatorische Schwierigkeiten
abzubauen. Schon jetzt kann es sinnvoll sein, wenn nahegelegene
Vereine gemeinsam einen Geschäftsführer mit der Wahrnehmung
der Organisation beauftragen.
Hinsichtlich der Mitgliederzahlen müssen die Vereine alle
Möglichkeiten nutzen, junge Landwirte mit den unterschiedlichsten
Ausbildungswegen zu integrieren. Im Hinblick auf die Abnahme der
Schulstandorte wäre es sinnvoll, wenn die noch vorhandenen
Fachschulen Namen und Adressen ihrer Schüler an den Heimatverein
weitergeben würden.
Kooperationspartner
und -formen
Zur Verwirklichung der Ziele der Verbandsarbeit ist es nicht nur
vom Auftrag der Satzung her, sondern auch zur Verbesserung der Effektivität
der Gesamtarbeit dringend notwendig, mit anderen Partnern der Landwirtschaft
im Bereich der Erwachsenenbildungsarbeit eng zusammenzuarbeiten.
Dazu gehören neben der Agrarverwaltung auch die Kreisbauernverbände,
die Landfrauenvereine, die Landjugend und die Hessische Landvolk-Hochschule
sowie die Landseniorenvereinigungen.
Die Ziele der Erwachsenenfortbildung liegen zwischen VLF und der
Agrarverwaltung im wesentlichen auf dem gleichen Nenner.
Mit der Auflösung der Landwirtschaftskammern in Hessen wurde
ein Mitspracherecht der gewählten Agrarausschüsse u.a.
bei Entscheidungen über landwirtschaftliche Weiterbildungsprogramme
verbrieft. Dieses Recht wurde bei der Strukturreform der Hessischen
Agrarverwaltung im Jahr 1992 nicht angetastet und hat damit weiterhin
Bestand. Wir dürfen deshalb die Ämter nicht aus der Pflicht
zur Zusammenarbeit in der Weiterbildung entlassen.
Für die Zusammenarbeit der Ämter mit den Vereinen sowie
dem Landesverband des VLF ist ein intensiver Gedankenaustausch auf
dem Gebiet der Weiterbildung aber auch deshalb notwendig, weil gerade
durch den vertrauensvollen Kontakt zwischen Fachverwaltung und landwirtschaftlicher
Praxis sicher gestellt wird, daß Inhalte, Themen und Programme
der Weiterbildung an den Bedürfnissen der Praxis ausgerichtet
werden.
Kooperation setzt immer Gegenseitigkeit voraus. Deshalb ist es
notwendig, dass sich die beteiligten Institutionen gegenseitig über
ihre Wünsche und Ziele rechtzeitig informieren, damit gemeinsame
Veranstaltungen geplant und getrennt organisierte Veranstaltungen
miteinander abgestimmt werden können.
Wichtig ist dabei, dass alle Kooperationspartner sich rechtzeitig
zusammensetzen und sich anschließend mit schriftlichen Unterlagen
über die Absichten der einzelnen Institutionen informieren.
Die Vermeidung von Doppelangeboten ist bei der hohen Belastung
der jungen Landwirte als wichtige Ansprechpartner durch den Aufbau
und die Organisation ihrer eigenen Betrieben unbedingt zu gewährleisten.
In vielen Fällen ist es sinnvoll, vor Ort – im Arbeitsbereich
der einzelnen Organisationen – dort, wo die Landwirte zu Hause
sind, Bildungsveranstaltungen anzubieten. Dabei wird sich das Interesse
für bestimmte Themen herausstellen und immer wieder neu artikulieren.
Auf Landesebene sollten von allen beteiligten Institutionen Beauftragte
für die fachliche Weiterbildung benannt werden, die dann in
jährlichen Besprechungen die Grundzüge der Zusammenarbeit
festlegen sollten.
Entwicklungsschritte
– Kontrollabschnitte
Unternehmerisch richtiges Handeln schließt zwingend die Kontrolle
des jeweils Erreichten mit ein. Wenn im Managementprozess Ziele
definiert werden, dann muss die Realisierung auch kontrolliert werden.
Deshalb sollten alle Gremien unseres Verbandes die nachfolgenden
Schritte zur Realisierung der vorstehend genannten Ziele beachten:
- Das jetzt formulierte Selbstverständnis muss mit
allen aktiven Mitgliedern diskutiert und im Winterhalbjahr
1995/96 allen Mitgliedern – am besten in den Mitgliederversammlungen
– vorgestellt und erläutert werden.
- Bei den jährlich stattfindenden Arbeitstagungen
des Landesverbandes mit den Vorsitzenden und den Geschäftsführern
der regionalen Vereine ist das Selbstverständnis der
eigenen Arbeit immer wieder zu diskutieren und insbesondere
die Themen „Probleme unserer Kunden“ sowie „Kooperation
mit unseren Partnern“ zu berücksichtigen.
- Ebenso wie eine Fruchtfolge über viele Jahre zu
planen ist, so muss auch die Weiterbildung sehr langfristig
geplant werden. Deshalb ist es notwendig, möglichst
allen, insbesondere junge Landwirten, diese Managementgedanken
von der Zieldefinition über die Planung, Durchführung
und Kontrolle immer wieder deutlich zu machen.
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Die Suche nach den richtigen Themen und den richtigen Wegen ist ständige Aufgaben aller Verantwortlichen auf allen
Ebenen unseres Verbandes.
In dieser Darstellung eines Selbstverständnisses sind die
Arbeitsfelder des Verbandes formuliert. Dem Anspruch der Mitglieder
nach einem qualifizierten Bildungsangebot wird auf allen Ebenen
Rechnung getragen. Weiterbildungsziele sind auf neue Trends gerichtet
und berücksichtigen alle Fachbereiche. |